Impossible Polaroid

Nein, ich habe nicht schon wieder eine neue Kamera erworben.

Ehrlich.

Die hatte ich schon sehr lange. Aber, mangels passender Filme, lag sie viele Jahre im Schrank. Die sind ihr auch nicht sonderlich gut bekommen. Die schwarze Belederung aus Kunststoff war total vergammelt und musste runter. An die Arbeit begab ich mich aber erst, als ich von  „The Impossible Project“ erfuhr. Es gab also wieder Filme, mit denen ich diesen Klassiker befüllen konnte. Ein Abend wurde damit verbracht, die alte Plastikbelederung abzufummeln und mühselig die ganzen Klebereste zu entfernen. Danach hatte ich erst einmal genug.

Letztes Wochenende nun musste ich sowieso bei Phototec neue Fotochemie bestellen und entdeckte dabei, dass die dort auch die Filme von Impossible Project vertreiben. Da MUSSTE ich einfach einen mitbestellen. 17 Euro für ganze acht Aufnahmen. Aber egal, das war mir der Test wert. Typ: Color Shade Push SX.

Das war auch der Anlass, die Belederung zu ersetzen. Ich hatte noch Selbstklebefolie in Holzdekor, die klebt auch schon auf meinem Netbook. Passende Teile zurecht geschnitten, aufgeklebt – na ja. Die Folie ist zu dünn, die vorhandenen Unebenheiten und Schraubenköpfe drücken sich zu stark durch die sehr dünne Plastikfolie. Das wird also keine Dauerlösung. Aber für einen ersten Photowalk sollte das reichen.

Impossible Polaroid, still working
Polaroid SX-70 "Polasonic"

Auf den Bildern zeige ich die Folie nicht zu deutlich, beim näheren Hinsehen wird das nämlich ziemlich hässlich, und eine Notlösung will ich hier nicht groß präsentieren. Viel interessanter war ja auch die Erfahrung, nachdem heute das Paket von Phototec in der Packstation zur Abholung bereit lag. Die Spannung war groß, ob die Kamera nach den vielen Jahren überhaupt wieder zum Leben erwachen würde.

Sie tat es.

Der Motor spuckte den „Deckel“ der Kassette aus (Die Pappe, die vor Gebrauch die Fotos in der Kassette schützt). Diese Abdeckung, „Dark Slide“ genannt, spielt gleich noch eine Rolle. Die von „The Impossible Project“ bedrucken die übrigens mit wechselnden Motiven und machen so Sammlerstücke daraus. Aha.

Impossible Polaroid Closeup
Polaroid SX-70, Close-up

So ganz haben die es noch nicht ‚raus, die neuen Polaroidfilme sind ETWAS kompliziert im Umgang. Früher war es nicht besonders relevant, ob ein Bild aus der Kamera nach der Aufnahme direkt dem Licht ausgesetzt wurde. Sonst hätten die Kameras, wie bei älteren Systemen, ja auch eine Vorrichtung gehabt, die die Bilder abdeckt.

Heute ist das anders. Die Chemie in den neuen Filmen ist wohl nicht ganz die Alte, es wird dringend angeraten, die Bilder direkt nach der Aufnahme vor Licht zu schützen.

Hä?

Das Foto wird doch von einem Motor aus der Kamera herausgeführt! Und nun?

Da soll man eben das „Dark Slide“ benutzen. Wie das genau gehen soll, kann man in einem Tutorial-Video hier sehen. Bei mir hat das nicht auf Anhieb so reibungslos wie in dem Video geklappt. Zwei Schüsse gingen daneben, die Abdeckung fiel beim Fotografieren zu Boden.

Impossible Polaroid: Ein erstes Bild
Erstes gelungenes Bild mit dem "Impossible Project"-Film

Aber: Es geht. Mit ein bisschen Übung hat man den Trick ‚raus. Aber die Ergebnisse sind m. E. immer noch blasser als die der früheren Polaroids. Aber die Jungs von „The Impossible Project“ verkaufen ihre Filme ja auch nicht als perfekte Fotoware, sondern als neue kreative Möglichkeit und basteln fleißig daran, sich ein Lomo-artiges Image aufzubauen. Ob man das mögen will, bleibt jedem selbst überlassen. Ich freue mich auf jeden Fall schon, meine noch übrigen drei (!) Bilder zu verschießen.

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