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Dicke Hose – und dann?

Mit den schicken, neuen Mittelformat-Apparaten (siehe hier) fällt man schon auf. Besonders, wenn man die Pentacon Six zückt, dann schauen die Leute schon mal. Aber wenn die Fotos gemacht sind – was kommt dann?

Auch Mittelformat-Filme kann man immer noch in den Drogerieketten abgeben und bekommt vernünftig entwickelte Negative und, je nach dem, auch brauchbare Papierabzüge.

Wobei das mit den Abzügen so eine Sache ist. Schaut man sich diese mit der Lupe an, so sieht man Scanlinien. Das sind also Digitaldrucke auf Fotopapier. Für die normale Ansicht reicht das.

Bisher habe ich nur einen Schwarzweissfilm bei DM abgegeben, auch da kamen die Negative gut entwickelt zurück, die Prints waren aber nicht zu gebrauchen – viel zu heftiger Kontrast, keine Grautöne, Highlights und Schatten komplett ohne Zeichnung, obwohl diese auf den Negativen klar erkennbar war.

Tja, dann hat man die Sachen zu Hause liegen, und dann? Ohne Facebook, Instagram und Co. sind die Dinge ja schon fast nicht wahr. Und manches möchte man ja auch gerne zeigen.

Für 35mm-Film bin ich da super ausgestattet, Farbnegative schmeiße ich auf meinen Uralt-Scanner, der immerhin eine Durchlicht-Leiste für Kleinbild-Negative hat. Und eine Software, die Farbnegative sauber in Positive invertiert.

Für Schwarzweiss-Negative habe ich dann noch so etwas:

Praktica Balgengerät mit Pentax Optik

Mit diesem Kopiervorsatz und der digitalen Kamera bekomme ich noch etwas bessere Auflösung und Schärfe hin als mit dem Scanner.

Mit dem Mittelformat ist das leider für mich noch ungleich schwerer. Oder einfacher, je nach Sichtweise. Der Scanner kann keine Mittelformat-Negative scannen, der Kopiervorsatz funktioniert auch nicht mit den großen Negativen. Da müsste ich mir selbst etwas bauen, das habe ich aber noch nicht. Auch ist der Workflow im Rechner, um Farbnegative sauber zu invertieren, ohne dezidierte Software nicht so einfach. Und mit der Scanner-Software kann ich nur das, was auch aus dem Scanner kommt, verarbeiten.

Was mir im Moment bleibt, ist das:

IMG_20171030_163510.jpg

Also Repro-Fotos der Papierabzüge. Ist momentan ein So-la-la-Workflow. Das schwarze Tuch dort am Stativ hat durchaus einen Zweck: ohne das Tuch reflektieren die Stativbeine sichtbar auf das Foto.

Der Vorteil bei dem Verfahren (wie auch bei dem Kopiervorsatz für die 35mm-Negative): ich kann mit meiner gewohnten Software und den RAW-Daten arbeiten. Das mache ich übrigens, da ich ja seit einigen Jahren Linux-Nutzer bin, mit Darktable.

Und so sieht das aus, zunächst ein paar Bilder aus der Pentacon Six:

Pentacon Six TL mit Biometar 2,8 80mm

Pentacon Six TL mit Biometar 2,8 80mm

Pentacon Six TL mit Biometar 2,8 80mm

Pentacon Six TL mit Biometar 2,8 80mm

Und hier ein paar Aufnahmen, die ich mit der Yashica gemacht habe:

Yashica 635

Yashica 635

Yashica 635

Yashica 635

Also, nach dem eigentlichen Fotografieren ist die Hose noch nicht ganz so dick. Aber immerhin.

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Vollgas ins Mittelmaß

Mööp – Nicht Mittelmaß, Mittelformat natürlich. Aber dann hätte das mit der Überschrift… Ich gebe zu, das ist schon ein bisschen billig. Trotzdem: ich habe meine ersten Erfahrungen mit dem Mittelformat gemacht. Ein Heidenspaß.

Vor knapp vier Jahren kam ich günstig via Ebay an eine Yashica 635, eine zweiäugige Spiegelreflex. Eine echte Schönheit, wie ich finde. Sie hat schon nach dem Erwerb gut funktioniert. Der Spiegel des Sucherobjektivs war durch Staub stark getrübt und der Selbstauslöser hakte. Das konnte ich teilweise selbst beheben, leider habe ich den optischen Spiegel dabei etwas zerkratzt. Fotografieren konnte man trotzdem schon gut. Das mit dem Spiegel hat mich aber genervt, also bekam sie eine Behandlung beim Profi, Arlüwa Kameratechnik in Köln, dort wurde ein neuer Spiegel verbaut und die etwas dunkle Suchermattscheibe wurde gegen eine höherwertige Fresnell-Einstellscheibe mit Schnittbild-Entfernungsmesser getauscht.

Yashica 635
Yashica 635

Und gerade erst habe ich von meinem Vater zum Geburtstag diese Pentacon Six TL bekommen. Vollgas ins Mittelmaß weiterlesen